Kündigung3

Arbeitgeber plant Massenentlassung von knapp 300 Kolleginnen und Kollegen

Am 04.06.2020 unterrichtete der Arbeitgeber offiziell den Betriebsrat gemäß $ 17 Abs. 2 S.1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG), dass geplant sei 293 Kolleginnen und Kollegen zu entlassen.

Es handelt sich hierbei um Kündigungen in der Probezeit.

Als Gründe für die geplanten Entlassungen wird angegeben, dass die Arbeitnehmer nach Bewertung des Arbeitgebers die Erprobung während der Wartezeit nicht bestanden haben und eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht im Interesse des Unternehmens stehe. Die Gesellschaft könne nicht das Risiko eingehen, Arbeitnehmer nach Ablauf der Wartezeit in ein kündigungsgeschütztes Arbeitsverhältnis zu übernehmen in der Hoffnung, dass mittelfristig die strengen Anforderungen erfüllt werden.

Während sich andere gewerkschaftlichen Vertreter im Betriebsrat hierzu ausschweigen, beziehen die IG Metall-Mitglieder des Bündnis Technik im Betriebsrat klar Stellung.

Nachdem der Konzern und somit auch unser Unternehmen auch von uns als Steuerzahler mit Milliarden gestützt wurde, um die Volkswirtschaft zu schützen, fällt der Geschäftsleitung nichts anderes ein, als unsere Kolleginnen und Kollegen vor die Tür der Agentur für Arbeit zu stellen.

Unter den Betroffenen befinden sich auch die Kinder unserer Kolleginnen und Kollegen.

Für uns als Betriebsräte ist es unvorstellbar, dass eine derart große Anzahl von Kolleginnen und Kollegen die Anforderungen des Unternehmens nicht erfüllen. So etwas hat es zuvor noch nie gegeben. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, müsste unverzüglich die Abteilung des Rekrutings und dessen Prozesse schleunigst auf den Prüfstand. Wer weder Kosten noch Mühe gescheut hat um Hunderte von Mensch zu werben, mit dem angeblichen Ergebnis des zielsicheren Griff ins Klo, muss sich erklären.

Wir gehen davon aus, dass der Kündigungsgrund nur eine Schutzbehauptung ist, um juristisch unangreifbar zu sein und die Kündigungen tatsächlich im Zusammenhang mit dem zukünftigen Personalbedarf aufgrund der Coronakrise stehen.

Die Betriebsräte des Bündnis-Technik fordern daher:

  • Von der Kündigung unserer Kolleginnen und Kollegen abzusehen.
  • Diese Kolleginnen und Kollegen befristet bis zum Ende des Kurzarbeitergeldanspruches weiter zu beschäftigen.

Somit würden diese Kolleginnen und Kollegen folgendes erhalten:

  • Die Chance auf Weiterbeschäftigung nach Befristung, sofern sich die Corona-Situation verbessert hat.
  • Die Möglichkeit, unter finanzieller Absicherung durch das Kurzarbeitergeld sich auf dem Arbeitsmarkt umzusehen.

Aus unserer Sicht wären die geplanten Kündigungen ein Schritt in die völlig falsche Richtung. Denn unser Unternehmen braucht im Hinblick auf unserer demografischen Struktur junge Kolleginnen und Kollegen. Und diese brauchen attraktive Arbeitsbedingungen und Perspektiven.

Anstatt genau diese Kolleginnen und Kollegen auf die Straße setzen zu wollen braucht es aus unserer Sicht Programme, die es ermöglichen, dass rentennahe Kolleginnen und Kollegen zu attraktiven Bedingungen auf eigenen Wunsch vorzeitig ausscheiden können.

Wir fordern daher zur Justierung des Kapazitätsbedarfes die Einführung von Altersteilzeit zu annehmbaren Konditionen.


Betriebsrte Bndnis Technik 350px

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